Chronik

25 Jahre Faustballriege TV Schwellbrunn
oder vom Kind zum Manne…



Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geburt (1981)

3. Kindheit (1981 bis 1991)

4. Jugendzeit (1991 bis 1999)

5. Junges Erwachsenenalter (1999 bis 2003)

6. Voll im Saft (2003 bis 2005)

7. 25-Jahr-Jubiläum (2006)

8. Nachwuchs

9. Ausblick

10. Dank

11. Bisherige Vorstandsmitglieder

Einleitung
Faustball wurde in der Männerriege Schwellbrunn schon in den 50-iger und 60-iger Jahren gespielt. Auf der „Spielwiese“ Weiher und in der dortigen kleinen, ehemaligen Turnhalle waren eher die Finessen als die Kraft gefordert. Technik wurde damals im Training allerdings noch klein geschrieben…

Der Schreibende kann sich noch an Trainings gegen Hundwil in unserem zweiten Heimstadion „Adliswil“ oder an heissumkämpfte Spiele am Sonntagmorgen gegen die Männerriegler aus Schönengrund erinnern und auch in Waldstatt waren wir willkommene Gegner.

In den 70-iger Jahren waren Fredi Geist, Fredi Ammann, Hansruedi Hug, Hans Hohl, Hugo Meili und Hans Frischknecht sen. und jun. die „Koryphäen“. Das faustballerische Niveau stieg, aber auch die ebenso wichtigen, langen und gemütlichen Feste mit Zauren und Witze erzählen waren legendär und bleiben unvergessen. Gastrecht genossen wir jetzt vor allem in Herisau Säge und Herisau Dorf.

Anfangs der 80er-Jahre wurde auf Initiative von Jakob Bühler, dem damaligen Gemeindehauptmann und Wirt im Restaurant Kreuz, das Mehrzweckgebäude und der Rasenplatz bewilligt und gebaut. Als es in der Folge um die Hallen- und Platzbelegung ging, war der Zeitpunkt gekommen, uns von der Männerriege zu lösen und unsere Interessen selber zu wahren.

Beim Durchstöbern und Sichten von Berichten, Protokollen und Ranglisten ist mir ein Vergleich und eine Parallele zwischen der Geschichte unseres Vereins und einem kleinen, „gewehrigen“ Appenzeller in den Sinn gekommen.

Geburt (1981)
Am 14. Oktober 1981 kam das jüngste Kind des Turnvereins im Restaurant Traube völlig mittellos zur Welt. Eine Tellersammlung bildete das Startkapital. Und die Trauben hingen hoch…

Geburtshelfer waren Hansruedi Hug, Sepp Burtscher, Hans Jäger, Ernst Roth, Hans Frischknecht sen. und jun. und Thomas Frischknecht. Bei der Geburt anwesend waren auch deren Ehefrauen und Freundinnen. Die Gründungsmitglieder erhofften sich dadurch volle Akzeptanz für die Folgen der Vereinsgründung von dieser Seite.

Das Kind war am Anfang nicht von allen gern gesehen, weil die Eltern (Turnverein) und die Geschwister (andere Riegen) um ihre Rechte bangten und den Verlust guter Athleten befürchteten. Der kleine Spross musste also zuerst um seine Anerkennung kämpfen. Das Faustballspiel wurde damals noch von vielen Schwellbrunnern als „Ball über die Schnur“, als „Puuretennis“ oder als „Altherrensport“ bezeichnet.

Kindheit (1981 bis 1991)
Kopf und Herz des Sprösslings war das jüngste Mitglied, Thomas Frischknecht, der sein „Kind“ zum Laufen, Sprechen und Siegen brachte, unterstützt von seinen willigen Helfern.

Begonnen wurde in der 2. Liga. Bereits mit zwei Jahren gelang der Aufstieg in die 1. Liga, die damals nur aus den Verbänden St.Gallen und Appenzell bestand. 1986 schlossen sich die Verbände mit den Thurgauern zusammen. Damit verbunden war eine deutliche Steigerung des Spielniveaus, trotzdem konnten sich die Schwellbrunner in der 1. Liga behaupten.

Das Vorurteil des Altherrensports wollten die Faustballer schnell widerlegen. Sie sahen schon 1982 im zarten Alter von einem Jahr ein, dass nur mit konsequenter Nachwuchsförderung der Fortbestand der Riege gesichert und noch grössere Erfolge gefeiert werden konnten. Es war sicher der wichtigste Entscheid, auf den die Initianten und Betreuer stolz sein dürfen.
Schon mit dem ersten „Schub“ von jungen Faustballern traten tolle Typen und Talente in die Faustballriege ein. Viele engagierten sich auch später stark im Verein. Schon bald wurden sie in die erste Mannschaft integriert und so konnten sich die Schwellbrunner Faustballer in den ersten zehn Jahren immer in der ersten Liga halten.

Profitieren konnten wir von den Kollegen aus Andwil, wo wir jeweils am Dienstag Gastrecht genossen und zusammen mit starken Trainingspartnern am faustballerischen Können feilen durften. Mit einem grösseren Trainingsaufwand wäre schon damals ein Aufstieg in die Nationalliga B möglich gewesen. 1987 scheiterten wir aber an den Aufstiegsspielen klar.

Jugendzeit (1991 bis 1999)
In den 90er Jahren machten sich bei einigen Spielern Ermüdungserscheinungen und Rücktrittsgedanken bemerkbar. Die jungen Spieler setzten teilweise andere Prioritäten. Die verschiedenen Erwartungen und Hoffnungen konnten nicht mehr alle unter den gleichen Hut gebracht werden. Der Einsatz bei den Trainings liess oft zu wünschen übrig. Turniere wurden nur noch selten besucht, die mangelnde Spielpraxis führte dazu, dass die guten Resultate ausblieben.

Bei Alters- und Leistungsunterschieden kam es auch zu einigen Missverständnissen innerhalb des Vereins, die später aber wieder beigelegt werden konnten. Diese Phase kann unter dem Stichwort „Pubertät“ zusammengefasst werden. Dieser Prozess war für den Verein nicht einfach. Die erste Mannschaft musste sportlich zwischenzeitlich in der 2. Liga kleinere Brötchen backen.

Junges Erwachsenenalter (1999 bis 2003)
Thomas Frischknecht, der während 20 Jahren mit viel Engagement sein „Kind“ grossgezogen hatte, konnte dieses endlich in die Selbständigkeit entlassen. Die Aufgaben im Verein wurden neu aufgeteilt. Die Reifung des Kindes machte sich auch dadurch bemerkbar, dass für die einzelnen Chargen Pflichtenhefte erstellt und das Riegenreglement erneuert wurde. Erst bei dieser Aufteilung wurde manchen Riegenmitgliedern bewusst, welch immensen Aufwand und wieviel Herzblut Thomas in seinen Verein gesteckt hat. Ohne die Leistung der anderen Mitglieder zu schmälern, die „notgedrungen“ in einem kleinen Verein ebenfalls viele Aufgaben übernehmen, darf man ruhig behaupten: Ohne Thomas gäbe es den Verein in der heutigen Form nicht! Remo Sturzenegger wurde sein Nachfolger als Präsident.

Der Name Frischknecht bleibt aber weiterhin prägend für den Verein: Mit der Volljährigkeit übernahm Ueli Frischknecht, zurückgekehrt von einem kurzen Gastspiel beim TSV St.Otmar, die sportliche Leitung und gab dem Verein den entscheidenden „Kick“. Er fand in Schwellbrunn Gleichgesinnte, die mit ihm die sportliche Herausforderung annehmen wollten und bereit waren, seriös, hart und gewissenhaft zu trainieren. Erste Erfolge stellten sich denn bald auch schon ein. Die Mannschaft wurde Ostschweizer 1. Ligameister, scheiterte aber noch knapp in den Aufstiegsspielen zur NLB.

Voll im Saft (2003 bis 2005)
Was dem jungen Team noch fehlte, war ein ruhender Pol an der Seitenlinie, ein Motivator und ein Vorbild, welcher der jungen Truppe Vertrauen in ihre unbestrittenen Fähigkeiten vermitteln konnte. Das Glück fällt dem Tüchtigen zu… Ausgerechnet in der Faustball –„Wüste“ Innerrhoden wurde der Verein fündig. Martin Oberle, mehrfacher Schweizer Meister mit Full-Reuenthal und mehrfacher Internationaler zog mit seiner Familie vom Aargau nach Appenzell. Er nahm im Sommer 2003 sportlich das Heft in die Hand. Siege und Aufstiegsfeiern wurden fast zur Selbstverständlichkeit. An dieser Stelle werden nur die wichtigsten Erfolge kurz aufgeführt:2003: Erstligameister und Aufstieg in NLB Feld2004: Halle Aufstieg in NLB, 4. Rang NLB Feld, 2005: Halle Aufstieg in NLA. 1. Rang NLB Feld und Aufstieg NLA
Neben der Familie Frischknecht machte allmählich auch die Familie Berger von sich reden. Martin Berger wurde 2004 als Stammspieler Europameister in der Kategorie U18. Sein Bruder David schaffte es ein Jahr später an die U18 Weltmeisterschaft. In Chile war er ein sicherer Wert für die Mannschaft und kehrte mit einer Bronzemedaille zurück nach Schwellbrunn. Die beiden können bei weiteren Fortschritten wohl bald auf weitere Aufgebote hoffen.

25-Jahr-Jubiläum (2006)
Die Faustballriege präsentiert sich im Jubiläumsjahr von ihrer besten Seite.

Die erste Mannschaft erkämpfte sich an der Hallenmeisterschaft die Bronzemedallie. Die Spieler aber auch alle anderen Vereinsmitglieder sind sehr stolz auf diesen Erfolg, der auf der Arbeit des ganzen Vereins basiert. Bis auf Peter Rohner, unseren heutigen Präsidenten, erlernten alle Spieler der ersten Mannschaft das Faustballspiel in Schwellbrunn. Peter Rohner zählen wir angesichts seiner menschlichen und sportlichen Qualitäten und seinen Sing- und „Zäuerlifähigkeiten“ bereits zu den Einheimischen.

Obwohl die Trauben in der Feldmeisterschaft noch etwas höher hängen werden, ist die Mannschaft auch hier auf dem besten Weg, die Finalrunde zu erreichen. Eine weitere Medaille wäre natürlich der Höhepunkt im Jubiläumsjahr. Im Cup hat die Mannschaft erstmals die Viertelfinals erreicht, wo sie auf das Team von Embrach (1. Liga) trifft. Schliesslich ist die erste Teilnahme eines Schwellbrunners an einer EM in der Kategorie Herren zu erwähnen. Ueli Frischknecht hat sich mit starken Leistungen ins erweiterte EM-Kader gespielt.

Die zweite Mannschaft spielt zur Zeit sowohl im Feld als auch in der Halle in der 2. Liga. Für höhere Sphären fehlt es zur Zeit noch etwas am Trainingseinsatz vor allem der älteren Semester. Die dritte Mannschaft spielt im Feld in der 4. Liga, ist aber auf Aufstiegskurs. Beide Mannschaften setzen sich aus routinierten Spielern und Nachwuchstalenten zusammen, die sich durch gute Leistungen in den Nachwuchskategorien für höhere Aufgaben empfehlen.

Der Verein ist aber auch neben dem Faustballfeld aktiv. Wir organisieren das Unihockeyturnier, die Papiersammlung und beteiligen uns an verschiedenen anderen Aktivitäten. Mit dem Erlös aus diesen Aktivitäten bestreiten wir einen Teil unserer Ausgaben. Auch organisieren wir jährlich ein Hallenfaustballturnier, dieses Jahr zum 25. Mal. Den Zusammenhalt und die Kameradschaft pflegen wir auch bei unseren gelegentlichen Vereinsreisen, bei Turnieren im Ausland (unvergessen die Reise nach Prag) und neuerdings auch an den Skiwochenenden. Für den Verein sind alle Aktivmitglieder und insbesondere diejenigen wichtig, welche sich für eine der verschiedenen Aufgaben zur Verfügung stellen. Faustball ist ein Sport für jung und alt, wie es das Beispiel unserer Riege es zeigt. Die Jüngsten beginnen mit acht Jahren und unser Ehrenmitglied Hansruedi Hug ist 65 Jahre jung. Die Kameradschaft ist nicht nur innerhalb des Vereins, sondern auch mit andern Mannschaften ausgezeichnet. Dies hängt wahrscheinlich auch damit zusammen, dass Geld in unserem Sport keine grosse Rolle spielt. Ausser einer minimalen Leiterentschädigung und sehr bescheidenen Fahrspesen wird in unserer Riege unentgeltlich gearbeitet. Trotz sportlichen Erfolgen sind wir pure Amateure geblieben.
Nachwuchs
Im Nachwuchsbereich spielen in diesem Jahr vier Schwellbrunner Teams in der Meisterschaft (U18, U15, U12 und U 10). Schwellbrunn ist beim Nachwuchs eine Hochburg. Wie schon angetönt, wurden die Erfolge der ersten Mannschaft nur dank gezielter Nachwuchsarbeit möglich. Während all den Jahren haben wir immer kleinere oder grössere Gruppen Jugendlicher mit unserem Sport bekannt gemacht und zu begeistern versucht. Es ist klar, dass langfristig nicht alle dabei bleiben und einige der Jungen wegziehen, auf den Beruf setzten, anderen Interessen bekommen oder von Amors Liebespfeil getroffen werden.

Bei den aktuellen Erfolgen der ersten Mannschaft fällt es leichter, Junge zu motivieren, denn die Vorbilder sind nah und leiten auch Trainings.
Wir müssen und dürfen den Jungen auch weiterhin früh Verantwortung und Vertrauen schenken, was sie in der Regel mit Bravour erfüllen. Es sollen alle jungen Spieler die Möglichkeit erhalten, ihrem Können und ihrer Motivation entsprechend mitspielen zu können. Auch wenn beim Faustballspiel die Freude an der Bewegung und am Spiel im Vordergrund stehen, lernen junge Spieler auch ganz allgemeine Dinge. Sie lernen gewinnen und verlieren, lernen im Spiel und bei Anlässen anzupacken und mitzuhelfen und erwerben sich dadurch Sozialkompetenzen, die ihnen später wieder zu Gute kommen. Die Grösse der Nachwuchsabteilung bringt dem Verein auch viel Arbeit. Obwohl die Lasten auf mehrere Schultern verteilt sind, ist der Einsatz der Nachwuchsbetreuer sehr gross. Die Freude und der Einsatz der jungen Spieler, die Erfolge und der Dank der Eltern machen die eingesetzten Stunden aber mehr als wett. Das gilt auch für anderes im Leben und ist eine Lebensweisheit: Was man gibt, erhält man früher oder später zurück.

Ausblick
Wenn wir beim Vergleich mit dem Appenzeller bleiben, stehen die besten Jahre ja erst noch bevor…

In der ersten Mannschaft sind die Voraussetzungen für weitere Erfolge da. Talent, Ehrgeiz, Wille, Motivation, Trainingseinsatz und Vertrauen sind vorhanden und die Mischung in der Mannschaft stimmt. Im Moment liegen ausser dem KTV Widnau alle Spitzenmannschaften in Reichweite.

Im nächsten Jahr könnte das Eidgenössische Turnfest in Frauenfeld zu einem weiteren Höhepunkt werden. Ein goldiger Lorbeerkranz wäre neben dem Titel des Schweizer Meisters das Grösste, was sich ein Verein wünschen kann.

Auf jeden Fall dürfen wir uns aber nicht auf den Lorbeeren ausruhen.
Die Gefahr bei Erfolgen besteht nämlich darin, dass man satt, zufrieden und träge wird. Die Gefahr ist nicht so gross, wenn es uns weiterhin gelingt, junge Spieler für unseren Sport zu begeistern und ihre Talente zu fördern. Wir haben ehrgeizige Talente, wir haben motivierte Vereinsmitglieder, wir haben Freude am Sport, wir haben die Unterstützung der Eltern, wir haben treue Sponsoren, wir haben die Aufmerksamkeit der Medien, wir haben die Unterstützung der Fans, der Gemeinde und der Bevölkerung. Etwas haben wir aber leider noch nicht, das ist ein genügend grosses Spielfeld beim Mehrzweckgebäude und eine genügend grosse Halle. Was nicht ist kann ja noch werden.

Dank
Ein ganz herzlicher und grosser Dank gilt den Ehefrauen, Freundinnen und Mütter der Faustballer, die nicht nur viel Verständnis für unseren Sport aufbringen, die „Helden“ trösten, ermuntern und aufbauen, sondern auch für Kuchen und saubere Wäsche sorgen.

Ein weiterer grosser Dank gilt unserem unermüdlichen Berichterstatter Conrad Aschwanden, der keine Mühe und Zeit scheut, über den Faustballsport zu berichten. Dafür, dass er immer speziell wohlwollend über unseren Verein schreibt, sind wir sehr dankbar. Die gute Presse kommt auch unseren treuen und grosszügigen Sponsoren zugute, denen wir auch zu grossem Dank verpflichtet sind. Mit dem sportlichen Erfolg steigen auch die Ausgaben, ohne Sponsoren müssten die Vereinsmitglieder tief in den Sack greifen.

Danken möchten wir auch dem gesamten Turnverein, wo wir bestens aufgehoben und nun auch schon seit langer Zeit voll akzeptiert sind. Auch von der Gemeinde und der Bevölkerung dürfen wir Unterstützung erfahren.

Zur Erfolgsgeschichte, die ich in der Jubiläumsschrift festhalten durfte, haben viele etwas beigetragen. Einige Exponenten wurden schon erwähnt. Der Dank gilt aber auch allen andern ehemaligen und aktiven Spielern. Alle können sich einen Teil des „Kuchens“ abschneiden. Lasst es Euch schmecken! En Guete…

Bisherige Vorstandsmitglieder
Präsidenten
Thomas Frischknecht (1981 – 2002)
Remo Sturzenegger (2002 – 2005)
Peter Rohner (seit 2005)

Aktuare
Ernst Roth (1981 – 1983)
Verschiedene (1983 – 2002, Die vollständige Aufzählung aller Schreiberlinge würde den Rahmen dieser Seite sprengen! Jeder, der des Schreibens mächtig war, kam einmal zum Handkuss. Faustballer scheinen mit der Hand lieber zu fausten, als damit zu schreiben…
Christan Aegerter (2002-2010)
René Schoch (seit 2010)

Kassiere
Hansruedi Hug (1981 – 1996)
Hans Frischknecht (1996 – 2008)
Martin Berger (seit 2008)



Text: Hans Frischknecht jun.
Gestaltung: Christian Aegerter

Druckbare Version